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Günter Stangelmayer

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was ist kunst?    wenn ich es wüsste, würde ich es für mich behalten. (pablo picasso)

Günter Stangelmayer „FRAGMENTE“ 

Ausstellung in der Burg Dringenberg & im Historischem Rathaus Dringenberg 

Impressionen von der Vernissage am 28. Mai 2017

© text & fotos: franz goder

Günter Stangelmayer hatte nach seiner Ausbildung als Holzbildhauer und Studium der bildenden Kunst an der Kunsthochschule Kassel seine Leidenschaft für die künstlerische Arbeit mit Holz und Stahl entdeckt. Er beeindruckte mit Installationen in Bad Driburg Dringenberg.

Da staunten die Stammbesucher der Ausstellungseröffnungen in der Burg Dringenberg nicht schlecht. Nein - es ist kein neuer Innenausbau des Rittersaales der Burg Dringenberg geplant. Und ja - was spontan für manche Besucher auf den ersten Blick wirken könnte wie die Struktur einer neuen Raumaufteilung, entpuppt sich bei näherem Hinsehen als Teil der Kunst des Kasseler Künstlers Günter Stangelmayer.

 

„Schon beim Betreten der Ausstellungsräume fällt auf, dass hier Formen und Materialien unterschiedlichster Zeiten aufeinanderprallen“ erläuterte dazu die Kunsthistorikerin Simone Rikeit in ihren einführenden Worten den trotz des sonnigen Wetters und des verbundenen Brückentages in grosser Zahl erschienen Besucherinnen und Besuchern der Vernissage.

Kunsthistorikerin Simone Rikeit: „Jede seiner Arbeiten steht in einem Dialog mit ihrer Umgebung, der Architektur und der Struktur des Ausstellungsortes“.

Trotz zahlreicher Um- und Wiederaufbauarbeiten sei die historische Patina der ursprünglich im 14. Jahrhundert entstandenen Burg Dringenberg und des historischen Rathauses in den Räumen, den Wänden, den Böden und Decken ablesbar.  

 

Massive Wände mit unebener Oberflächenstruktur, schwere Deckenbalken und knatschende Böden seien äußere Zeichen. In der Burg waren ihr zudem die verschachtelt wirkenden Räume aufgefallen, die Besucherinnen und Besucher in immer wieder neue Welten führen. 

 

Die Werke Stangelmayers böten einen interessanten Kontrast zu den verschachtelt wirkenden Räumen der alten Burg. Denen gegenüber stünden seine klaren, modular zusammengesetzen Installationen aus mitunter industriell hergestellten Materialien, Raumbrechungen im zeitlichen und räumlichen Sinne.

Günter Stangelmayer, der eine Ausbildung als Holzbildhauer absolviert und das Studium der bildenden Kunst an der Kunsthochschule Kassel mit Auszeichnung abgeschlossen hatte, erläutert uns später im Gespräch, dass er sich für seine Kunst durch Räume inspirieren lasse und er mit seinen Arbeiten den vorgegebenen Raum neu strukturiere. Somit sähen seine Installationen in unterschiedlichen Ausstellungen nie gleich aus. 

 

Die Kunsthistorikerin Rikeit beschrieb es in ihrem Einführungsvortrag so: „Stangelmayer überträgt seine modulare plastische Arbeitsweise auf den Raum, indem er ihn in Fragmente oder Module zerlegt und damit neue Raum- und Seherfahrungen ermöglicht“. Stangelmayer gehe zunächst vom Ausstellungsraum als solchem aus. In Vorarbeit zu seinen Ausstellungen baue er zunächst ein maßstabsgetreues Raummodell. 

 

Die bevorzugten Materialien des Künstlers sind Holz und Stahl. So ist raumgreifend im Rittersaal der Burg eine Stahlarbeit zu sehen, bei der mehrere gleichartige Rahmen ineinander gesteckt und verkeilt wurden. Sie betont die Schwere des Materials und wirkt doch gleichzeitig fragil.

Nahezu filigran dagegen wirkt eine Arbeit zum Ausloten der Waagerechten, die aus einer dünnen Holzplatte und einem Metallgestänge mit Verschraubungen besteht. Ein am unteren Rand der Platte fast herausgesägter Holzstreifen hält durch seine bogenförmige Spannung mit Befestigung die Rechteckform in der Waagerechten. Da Holz ja bekanntlich „arbeitet“, wird der Aufbau zeitlich in regelmässigen Abständen kontrolliert. Besucher sollten sich an den bekannten Spruch halten: „Schauen ja, aber nicht anfassen“.

 

Im Historischen Rathaus Dringenberg ist der zweite Teil der Ausstellung mit Installationen von Günter Stangelmayer untergebracht. Hier werden weitere vier Plastiken gezeigt. Man findet zum Beispiel die kleinere Fassung einer wirbelsäulenartigen Stahlarbeit und eine Raumplastik, die wie eine dreidimensionale Zeichnung wirkt.

 

Johannes Georg vom Heimatverein Dringenberg hatte die kunstinteressierten Besucherinnen und Besucher begrüßt und sich erfreut darüber gezeigt, dass die Tradition der Kunstausstellungen in der Burg Dringenberg und im Historischen Rathaus Dringenberg fortgesetzt werden kann.

Die gezeigten Installationen unter dem Titel „Fragmente“ sind sehenswert - eine solche Ausstellung ist für Dringenberg sicher auch ein Stück weit mutig.

Die Ausstellung in der Burg Dringenberg ist geöffnet bis 06. August 2017 

Im Historischen Rathaus Dringenberg bis 03. September 2017

Mi und Sa von 14 - 17 Uhr und So von 10 - 12 sowie von 14 - 17:30 Uhr.

© fotos & texte franz goder 2017 since june 1999   contact:  info(at)artcamp.de

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