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mei-fang hsieh & peter nachtigall

art & campus - kulturelle bildung  art & artisanat

was ist kunst?    wenn ich es wüsste, würde ich es für mich behalten. (pablo picasso)

„UNTERWEGS“ - Ausstellung in Dalhausen 

Arbeiten von Mei-Fang-Hsieh und Peter Nachtigall

Impressionen von der Ausstellungseröffnung am 21. Mai 2017

Vernissage im Korbmacher-Museum in Dalhausen

© text & fotos: franz goder

„UNTERWEGS“ stand als Titel auf der Einladung zur Ausstellungseröffnung im Korbmacher Museum in Dalhausen bei Beverungen im Kreis Höxter. Gedanken gingen durch den Kopf. „Unterwegs“ zu sein bedeutet zunächst etwas dynamisches, sicher keinen Stillstand.  Stillstand wird in der Wirtschaft oft als Rückschritt und erster Schritt in den Untergang gesehen. Was aber hat das mit Mei-Fang Hsieh und Peter Nachtigall zu tun?  Wir waren gespannt und schon unterwegs nach Dalhausen.

Albert Schriefer war viele Jahre als Kunstpädagoge am Gymnasium Beverungen tätig. Sehr lebendig und mit Herz führte er die Besucher der Vernissage hin zum besseren Verständnis der ausgestellten Arbeiten.

Betritt man die Ausstellungsräume, wird der Blick sofort gefangen genommen von zwei grossformatigen Bildern, in denen die Farbe tobt.  „Ein Bild zeigt den in Wien gelernten Realismus, zwei Kinder beobachten die in China beliebten Pfingstrosen und Apfelblüten, sie werden von einem chinesischen Phoenix kritisch beobachtet“ erfahren wir später durch die in die Ausstellung einführenden Worte von Albert Schriefer. Dass es sich um eine Arbeit der in Wien lebenden Künstlerin Mei-Fang Hsieh handelt muss nicht mehr extra erwähnt werden.

 

Im zweiten Ausstellungsraum werden weit über 300 Arbeiten von Peter Nachtigall präsentiert - in einer sehr eigenwilligen Art: Sie werden in „Zellen“ von je 16 Bildern den Besuchern vor die Füße gestellt.

Albert Schriefer brachte den kunstinteressierten Besuchern der Vernissage während seines einführenden Vortrages die Lebensgeschichten von Peter Nachtigall und Mei-Fang Hsieh näher.  

 

So sei Peter Nachtigall als 13-jähriger erstmals unterwegs gewesen, vom Südural kam er nach Deutschland - geschätzt 3700 Kilometer. Kurz nach seinem Abitur am PLG in Brakel wurde er Kulturpreisträger des Kreises Höxter und stellte im Schloss Corvey aus.

Schriefer: „Später studierte Peter Nachtigall an der Akademie der Künste in Wien. Im Atelier lernte er seine spätere Ehefrau Mei-Fang Hsieh kennen. Sie hatte auch schon eine lange Reise hinter sich - geschätzt 12.000 Kilometer Flug aus Taiwan. Beide waren also schon vor Beginn ihres Studiums ‚unterwegs‘.“

Mei-Fang zeigt in einem Koffer weitere Spuren ihrer Reiserealität. Mit Boarding-Karten dokumentiert sie ihre zahlreichen Reisen nach Taiwan. Dort malt sie in einem Studio für ihr taiwanisches Publikum. Albert Schriefer ergänzt: „Dann aber fällt die Installation mit den Schuhen auf. Wir sehen getragene Schuhe vor realistisch gemalten Schuhbildern. Die Spuren der Reisen werden erlebbar…. Diese Schuhe haben Gebrauchsspuren, sie dokumentieren das ‚Unterwegssein‘.“

Was hat also „UNTERWEGS“ mit Mei-Fang Hsieh und Peter Nachtigall zu tun? Unterwegs zwischen verschiedenen Orten zu sein könnte es bedeuten: Boarding-Karten und abgetragene Schuhe sind Zeugnisse dieser räumlichen Mobilität.  Wir sind zwar „EINE WELT“, wie schon vor vielen Jahren Aufkleber eines deutschen Ministeriums verbalisierten, die Bewegung zwischen verschiedenen Kulturkreisen, zum Beispiel Taiwan und Österreich, kann jedoch mit der Vorliebe für bestimmte Motive, bevorzugte Farbwahl, Stimmung und Romantik einhergehen. Wanderungen zwischen diesen Welten, kombiniert mit fotorealistischen Darstellungen gehen dann zum Beispiel bei manchen Arbeiten von Mei-Fang Hsieh eine inspirierende Symbiose ein. 

 

Bei Peter Nachtigall ist die gesamte Präsentation der Werke „unterwegs“. Die auf dem Boden arrangierten „Zellen“ aus jeweils 16 Bildern zeigen den Kunstinteressierten der Vernissage an den Aussenseiten jeweils nur 4 Bilder. Die Arbeiten sind sehr unterschiedlich von abstrakten über gegenständliche Darstellungen bis hin zu Wortbeiträgen wie yesterday oder tomorrow. Ein Schwerpunkt ist nicht zu erkennen und wohl auch nicht gewollt. Nach seiner eigenen Darstellung hat Peter Nachtigall schon ein paar Tausend Bilder gemalt, dabei erkennbar immer unterwegs auf der Suche nach neuen Motiven und Inspirationen. Während der Ausstellungsdauer sind die Bilder im Raum „unterwegs“: die Kuratoren Jürgen Böker und Heiner Hussong werden die Reihenfolge der Bilder beliebig ändern, zum Beispiel bunt gegen schwarz/weiß, Abstraktion mit Gegenständlichkeit oder Schrift gegen Fläche. Somit ist dieser Teil der Ausstellung vielfach „unterwegs“, die jeweils neue Mischung bringt neue Eindrücke. Eine bekannte Kinderfigur aus Schweden drückte es einst treffend so aus: „Ich mache mir die Welt, wie sie mir gefällt“.

Begrüsst wurden die Gäste der Vernissage von Jürgen Böker, der als Vorstandmitglied des Heimat- und Partnerschaftsvereins Dalhausen seine Freude darüber zum Ausdruck brachte, mit Peter Nachtigall und Mei-Fang Hsieh zwei relativ junge Kunstschaffende mit beeindruckenden Werken für eine Ausstellung gewonnen zu haben. Das Korbmacher-Museum habe sich im Laufe der Jahre zu einem lebhaften und ambitionierten Veranstaltungsort  entwickelt. Wechselnde Kunstausstellungen seien fester Bestandteil des attraktiven Angebotes.

Hubertus Grimm überbrachte als Bürgermeister Beverungens Grüsse und zeigte sich erfreut darüber, dass es mit dieser Ausstellung wieder gelungen sei, der Kunst im ländlichen Raum in Dalhausen Raum zu geben, betonte die gute Zusammenarbeit mit dem Heimat- und Partnerschaftsverein Dalhausen und lobte dessen Engagement für die Entwicklung der Region. Er warb für einen Besuch „danach“ in der Nachbarschaft: Beverungen feierte am gleichen Wochenende sein „Blütenfest“ mit vielen attraktiven Angeboten.

Die Ausstellung im Korbmacher Museum war geöffnet vom 21. Mai 2017 bis 02. Juli 2017

Dienstag bis Sonntag von 14 bis 17:00 Uhr

An Wochenenden und Feiertagen auch von 10:00 bis 12:30 Uhr sowie nach Vereinbarung

Musikalisch auf emotionalen Reisen ‚unterwegs‘ waren die Gäste der Ausstellungseröffnung durch die akustische Performance der Trommlerin und Klangkünstlerin Silvia Sander aus Lauenförde

梅芳謝

畫展    順路

夜鶯

Gruppenfoto: Sie freuten sich über die große Resonanz bei den Gästen der Vernissage im Korbmacher Museum in Dalhausen am internationalen Museumstag: (von links) Hubertus Grimm (Bürgermeister/Grußwort), Jürgen Böker (Korbmacher Museum/Begrüßung)), Mei-Fang Hsieh, Peter Nachtigall, Albert Schriefer (Einführung).

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