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Sammlung Georg F. Hesselbach

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was ist kunst?    wenn ich es wüsste, würde ich es für mich behalten. (pablo picasso)

Sammlung Georg F. Hesselbach

„ES WERDEN NOCH WUNDER GESCHEHEN“

Impressionen von der Vernissage am 13. Mai 2018

Im Korbmacher Museum in Beverungen-Dalhausen / Kreis Höxter

© text & fotos: franz goder

Beverungen-Dalhausen  / Kreis Höxter          GERMANY / ALLEMAGNE / NRW

 

„Willkommen im Museum“ hatte an diesem Sonntag im Korbmacher-Museum in Dalhausen eine mehrfache Bedeutung. Das Korbmacher-Museum hatte im Rahmen seiner Kunst-Ausstellungsreihe des Jahres 2018 zur Eröffnung der Ausstellung „ES WERDEN NOCH WUNDER GESCHEHEN“ mit der Präsentation von Bildern aus der Sammlung Georg F. Hesselbach eingeladen. Zusätzlich war an diesem 13. Mai 2018 Internationaler Museumstag. In ganz Deutschland hatten zahlreiche Museen zu besonderen Aktionen eingeladen. Im Europäischen Kulturerbejahr stand der Internationale Museumstag unter der Überschrift „Netzwerk Museum …“.

Jürgen Böker, der Vorsitzende des Heimatvereins Dalhausen, fragte in seiner Begrüßung die kunstaffinen Besucherinnen und Besucher der Vernissage, welchen Eindruck, welches Empfinden  sie beim ersten Anblick der gewaltigen Bildauswahl in den Ausstellungsräumen des Korbmacher-Museums hatten. Zehn großformatige Bilder von sechs Künstlern aus der Schaffenszeit von 1990 bis 1993 werden in Dalhausen gezeigt - ein starker Eindruck schon auf den ersten Blick..

 

Alle ausgestellten Bilder habe in den frühen 90er Jahren Georg Friedrich Hesselbach mit großer Weitsicht und künstlerischem Gespür gesammelt, so Jürgen Böker weiter. Er dankte dem Kunstsammler, diese nach seiner Einschätzung unglaublich ausdrucksstarke Ausstellung präsentieren zu können.

Galerie im Wandel

 

Rüdiger Küttner von der „Galerie Berlin“ erinnert sich noch gut an die Zeit um 1990, als die physische Grenze in Berlin nicht mehr existierte. Er erzählte mit seinen einführenden Worten den Gästen der Vernissage, dass sich die damals in der Friedrichstrasse angesiedelte Galerie mit hohen Mietpreisen beschäftigen musste, die über Einnahmen irgendwie dargestellt werden sollten.

 

In dieser Zeit des Wandels und der gedanklichen Neuorientierung im Berlin ohne Grenze trafen die beiden Galeristen Rüdiger Küttner und Rainer Ebert (deren Arbeit als Kunsthändler geht in der DDR bis in das Jahr 1974 zurück) den Unternehmer Georg F. Hesselbach, der sich seit 1989 im Kunstbereich engagieren wollte.

 

Daraus entstand eine langfristige Kundenbeziehung und unternehmerische Partnerschaft, die dann auch im Laufe der Zeit zum aktuellen Standort der Galerie in der Auguststrasse 19 in Berlin Mitte führte.

Nach der aktuellen Übersicht listet die „Galerie Berlin“ über 40 Künstlerinnen und Künstler. Sie bezeichnet sich selbst als „Eine Sammlergalerie mit einem im besten Sinne des Wortes konservativen Unterbau und einer zukunftsorientierten Phantasie“. Schwerpunkte des Angebotes der „Galerie Berlin“ sind die Leipziger- und Berliner Schule, sowie deren stilistisches Umfeld.

 

Lebens- und Arbeitsbedingungen der Künstlerinnen und Künstler

 

Die in der Ausstellung im Korbmacher-Museum Dalhausen aus der Sammlung Georg Friedrich Hesselbach gezeigten Werke überzeugen nach den Worten des Galeristen Rüdiger Küttner durch ihre Dichte und Qualität. Diesen Eindruck fulminanter Kreativität und vielschichtig inspirierender Darstellung konnte man in der Tat bestätigen, wenn man sich die Zeit auch für den zweiten und dritten Blick nahm und damit auch die Ebenen hinter den Bildern erkennen konnte..  

 

Der Lebensweg der Künstler wurde zum großen Teil durch ihr Leben in der DDR geprägt. Sie seien dort bedeutende Künstler gewesen und hätten sich - wie andere Künstler in anderen Ländern auch - mit den realen Arbeits- und Lebensbedingungen auseinandergesetzt. 

 

Galerist Rüdiger Küttner aus Berlin erzählte den Gästen sehr anschaulich, dass es völlig falsch sei, in diesem Zusammenhang von einer „DDR-Kunst“ zu sprechen. Die Bedingungen für die freie Entfaltung eigener Vorstellungen seien zum Teil vielleicht etwas schwieriger gewesen als es sich viele Künstler gewünscht hätten, das Fundament für die Qualität der künstlerischen Arbeit zu legen sei jedoch auch dort zum Beispiel durch einschlägiges Hochschulstudium möglich gewesen.  Die Künstlerinnen und Künstler standen natürlich auch in der DDR im Spannungsfeld von Rollenbildern, Rückzug und schöpferischer Individualität. Eigene Freiräume wollten gefunden und genutzt werden.

Der Kunstsammler und Mäzen

 

Der seit einigen Jahren in der Schweiz lebende Kunstsammler und Unternehmer Georg Friedrich Hesselbach (Jahrgang 1941) hatte im Jahre 1971 die INTERPANE-Glas-Gruppe mit einem ersten Werk in Lauenförde bei Beverungen im Kreis Höxter gegründet. Aktuell zählt Interpane 11 Standorte in Deutschland, Österreich und Frankreich. Der gute Ruf ist sprichwörtlich. So vertraute man  Interpane auch  beim Bau der Elbphilharmonie in Hamburg.

Das unternehmerische Handeln und der damit verbundene wirtschaftliche Erfolg bildeten eine finanzielle  Grundlage für das Engagement ab 1989 im Kunstbereich. Reizvoll war sicher auch die damit verbundene Möglichkeit, intensiver mit interessanten Menschen in Kontakt zu treten, die andere Biografien und Weltsichten hatten. Galerist Rüdiger Küttner betonte übrigens in seinen einführenden Worten, Georg F. Hesselbach immer als Käufer von Kunst und Mäzen und NICHT als Sponsor mit der Erwartung entsprechender Gegenleistungen wahrgenommen zu haben. Mit seinem Engagement auch als Teilhaber der Galerie wollte er schon damals Ost und West auf der Kunstebene zusammenbringen.

In einem Grußwort hatte VHS-Leiter Dr. Andreas Knoblauch-Flach seine Freude darüber zum Ausdruck gebracht, dass auch der Erfolg solcher Veranstaltungen wie der Vernissage im Korbmacher-Museum in Dalhausen weiterhin durch die ehrenamtliche Tätigkeit vieler engagierter Köpfe und Hände gesichert werden kann. 

 

Auch die enge und gute Zusammenarbeit von VHS und Heimatverein sei ein sehr impulsgebendes Element in der Region. Deren Vorteile zeigten sich immer wieder bei entsprechenden Projekten. Womit wir angekommen sind beim oben erwähnten Motto des Internationalen Museumstages 2018: „Netzwerk Museum …“.

Börner & Beats begeisterten mit ihren musikalischen Darbietungen die Gäste der Vernissage im Korbmacher-Museum. Uwe Börner stimmte mit zum Teil kräftigen Stimmeinsatz und seiner Akustik-Gitarre auf die Betrachtung der in durchweg kräftigen Farben gemalten Bilder der Vernissage ein. Begleitet wurde er dabei von Marietta Finke-Schröder, die mit ihren Beats und begleitender Stimme im Dialog mit Uwe Börner eine hervorragende Performance zeigte.

Börner & Beats

Live at Korbmacher-Museum

Gezeigt werden aus den Jahren 1990-93 stammende Arbeiten der Künstler Walter Libuda, Michael Diller, Werner Liebmann, Gerd Sonntag und Hartwig Ebersbach. Von Lutz Friedel stammt eine Arbeit aus 2001. Beschreibende Worte können Kunst nur unvollständig vorstellen. Man sollte sich Zeit reservieren für die Ausstellung und sich auf die inspirierenden Anregungen der präsentierten Werke einlassen. Wunder geschehen natürlich nicht zufällig. Für Wunder sollte man selber aktiv werden. Ein Besuch im Korbmacher-Museum in Beverungen-Dalhausen lohnt sich.

Mit Freude über die große Resonanz bei den Gästen der im Korbmacher-Museum Dalhausen im Kreis Höxter veranstalteten Vernissage  zur Ausstellung „Es werden noch Wunder geschehen“ trafen sich nach der Eröffnung in lockerer Runde zum Gruppenfoto (v.l.):   Dr. Andreas Knoblauch-Flach (VHS-Leiter), Sohn Georg Henrik Hesselbach, Georg F. Hesselbach (Kunstsammler), Rüdiger Küttner (Galerie Berlin) und Jürgen Böker (Korbmacher-Museum)

Die Ausstellung im Korbmacher Museum ist geöffnet vom 13. Mai 2018 bis 01. Juli 2018

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