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Ludwika Ogorzelec

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was ist kunst?    wenn ich es wüsste, würde ich es für mich behalten. (pablo picasso)

Ludwika Ogorzelec -  „RaumKristallisation“

Impressionen von der Vernissage am 10. September 2017

Aus dem Zyklus „Space Crystallization“ in der Burg Dringenberg

© text & fotos: franz goder

Bad Driburg-Dringenberg  GERMANY / ALLEMAGNE / NRW


„DARK AGES“ wurden in der Einladung zur Vernissage angekündigt. Die mit dem Titel anklingende Assoziation an dunkle Zeiten in mittelalterlichen Sagen von Brunnen und Rittern passte vorzüglich zum Ambiente des Burghofes und des Rittersaales der Burg Dringenberg bei Bad Driburg..


Diese Assoziation berührt die in Polen geborene und seit 1985 in Paris lebende Künstlerin Ludwika Ogorzelec jedoch nur am Rande. Die international tätige Künstlerin hat in den vergangenen 40 Jahren ihre Installationen weltweit gezeigt.


„Elle se sent vagabonde, comme une sorte de citoyenne du monde, parcourant la planète à la recherche d’un morceau d’espace à cristalliser“ (*) wurde sie einmal beschrieben. Diese Suche als Weltbürgerin nach Räumen für ihre „RaumKristallisationen“ führte sie mit ihrer Kunst zum Beispiel nach Polen, Spanien, Frankreich, Deutschland. Auch in den USA, Kanada, China, Korea und Vietnam zeigte sie ihre Installationen. Nun also Dringenberg. Ludwika Ogorzelec zeigt hier aus dem Zyklus „Space Crystallization“ zwei aufwendige „RaumKristallisationen“.

Der künstlerische Werdegang begann in den siebziger Jahren des letzen Jahrhunderts im Polen des Aufbruchs an der Kunstakademie in Wroclav/Breslau. Die nationale Kunstakademie in Paris war eine weitere Station, die Grundlagen für ihre mittlerweile über 40-jährige Karriere als Künstlerin legte.


Luudwika Ogorzelec entwickelt eine Vorliebe für die alltägliche Realität bei der Wahl des Materials und für die Arbeit im und mit dem öffentlichen Raum.

RaumKristallisation - Installation von Ludwika Ogorzelec im Burghof der Burg Dringenberg

Kunst zu schaffen ist immer schon ein Wagnis gewesen: „Nicht nur finanziell, sondern auch psychisch“. Diese Worte von Erwin Leber aus Berlin, gesagt bei der Eröffnung seiner Ausstellung in der Burg Dringenberg (Link siehe unten auf dieser Seite) fielen mir wieder ein, als wir mit den an der Entstehung der Installationen beteiligten Unterstützern ins Gespräch kamen. In den letzten zwei Wochen wurden viele Stunden psychischer und physischer Anstrengung in die Umsetzung der speziell für diesen Ausstellungsort entwickelten kreativen Ideen investiert.

Nun - alle haben durchgehalten und es sind grossartige Werke entstanden. Ludwika Ogorzelec benutzt als Material für ihre im Detail filigranen, in der Gesamtheit jedoch raumgreifenden Arbeiten Plastikfolie - sie verwendet respektvoll den Begriff „Industrielle Seide“.  


Dieses Material erleichtert einerseits den modernen Warenverkehr, wird jedoch andererseits bei falscher Verwendung zunehmend zum ökologischen Problem.

Durch Verdichtung und Verspannung entwickelt es stärkere Belastbarkeit. Das Ambiente des Burghofes im Inneren der Burg Dringenberg stellte für die Künstlerin aus Paris einen besonderen Reiz dar und war auch wegen der weiten Verspannung eine besondere Herausforderung.

Monika Nauendorf (links) begrüsste als stellvertretende Vorsitzende des Heimatvereins Dringenberg die Besucher der Vernissage und insbesondere die Künstlerin Ludwika Ogorzelec im Hof der Burg Dringenberg. Die Installation im Burghof war zwischen den ausladenden Bäumen und dem alten Gemäuer der Burg verspannt (mittleres Foto). Dr. Dieter Figge aus Warburg (rechts) hatte in seinen einführenden Worten die kunstinteressierten Besucher der Vernissage dazu angeregt, die „Raumkristallisationen“ aus differenzierten Blickwinkeln zu betrachten.

Wir steigen nach den eröffnenden Worten im Burghof die Stufen zum historischen Rittersaal der Burg Dringenberg empor. Hier erwartet uns eine ästhetisch besonders reizvolle Installation. Wer den Rittersaal aus früheren Veranstaltungen kennt, vermisst auf den ersten Blick in der Mitte des Raumes den riesigen schmiedeeisernen Radleuchter.  Auf den zweiten Blick erkennen wir: Der von der Decke herab hängende Leuchter ist integriert in eine an ein Spinnennetz erinnernde Installation. (Wir fragen uns schmunzelnd, ob hier vielleicht doch eine der vor zwei Jahren von Vanessa Paschakarnis in diesem Raum freigesetzten riesigen Schnaken überlebt hat und hier ein Netz gebaut hat - Link dazu siehe weiter unten auf dieser Seite).

Die beeindruckende Installation ist begehbar. Ludwika Ogorzelec hat sich für uns gleich selber in ihre „RaumKristallisation“ gestellt. „Wer in dieser Installation aus ‚technischer Seide‘ steht erlebt sich beschützt und zugleich vereinnahmt durch die Dynamik sphärisch wirkender Formen“ erzählt uns Maria Föcking vom Kulturverein ARTD Driburg. Der gewohnte Hallenraum verschwinde und erscheine vielleicht als riesige Schmuckschatulle, welche die Krone einer immateriellen Königin bergen könnte, so Maria Föcking weiter.

Die Installation aus dem Zyklus „Space Crystallization“ steht als Solitär in der Mitte des Raumes und teilt diesen neu auf durch seine Knoten und Verspannungen. Es ergibt sich damit eine völlig neue und inspirierende Sicht auf den Raum. Die Wirkung ändert sich mit dem Lichteinfall: „Without direct sunlight, the stretch wrap appears a solid white, but in the sunlight the stretch wrap is clear, reflecting light, sometimes glistening with blue highlights, not unlike ice on tree branches“. (** Quelle unten))


Manche Besucher der Vernissage konnten im Rückblick mit der letzten Rauminstallation von Günter Stangelmayer  vergleichen (Link dazu unten auf dieser Seite) und feststellen, dass die jeweilige Eigenständigkeit der Installationen halt doch EINZIGARTIG ist. Die vom Kunst- und Kulturverein ARTD Driburg und Heimatverein Dringenberg initiierte Ausstellung sollte man sich nicht entgehen lassen, da auch die auf dieser Seite gezeigten Bilder persönliche Erlebnisse nicht ersetzen können

Gruppenfoto: Sie freuten sich über die große Resonanz bei den Gästen der von ARTD Driburg und dem Heimatverein Dringenberg veranstalteten Vernissage in der Burg Dringenberg (v.l.): Dorit Croissier (Kuratorin von ARTD Driburg), Ludwika Ogorzelec (Künstlerin), Johannes Georg (Heimatverein Dringenberg) vor der Installation zu „DARK AGES“ im Burghof

Die Ausstellung in der Burg Dringenberg

war geöffnet vom 10. September 2017 bis 22. Oktober 2017

Mi und Sa 14:00-17:00 Uhr - So und Feiertage 10:00-12:00 und 14:00-17:30 Uhr

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